
Der Bewerbungsprozess kann ein ziemlich nervenaufreibendes Erlebnis sein, vor allem, wenn du auf einmal nichts mehr von einem potenziellen Kandidaten hörst. Dieses sogenannte „Ghosting“ ist insbesondere in der Steuerbranche ein wachsendes Problem. Lass uns gemeinsam schauen, warum das so ist und wie du als Steuerberater clever damit umgehen kannst.
Ghosting, ein Begriff, der ursprünglich aus der Dating-Szene stammt, beschreibt das plötzliche Schweigen und den Kontaktabbruch einer Partei ohne jegliche Erklärung. Im Bewerbungsprozess bedeutet das, dass du nach vielversprechenden Gesprächen plötzlich nichts mehr von der Firma hörst – oder umgekehrt, die Firma von dir. In der Steuerbranche, in der gut ausgebildete Fachkräfte gefragt sind, stellt diese Unsitte ein ernstzunehmendes Problem dar.
In dieser Branche sind Fachkräfte mit speziellen Kenntnissen besonders wichtig. Stell dir vor, du hattest ein tolles Interview und dann herrscht Funkstille. Das kann nicht nur deine Nerven strapazieren, sondern auch den Betrieb durcheinanderbringen, weil Arbeitgeber ebenfalls auf eine Rückmeldung angewiesen sind, um Planungen voranzubringen.
Es passiert immer wieder: Du bist nach dem Vorstellungsgespräch optimistisch und wartest gespannt auf die Rückmeldung. Doch dann bleibt dein E-Mail-Postfach leer und Anrufe werden nicht beantwortet. Gleichzeitig kann es auch passieren, dass Unternehmen nach der Bewerbung oder einem positiven Gespräch ein tiefes Schweigen an den Tag legen.
Ein kritischer Punkt ist, dass Ghosting oft mit der Generation Z in Verbindung gebracht wird, die mit digitalen Medien aufgewachsen ist. Diese Generation hat andere Vorstellungen von Kommunikationsgeschwindigkeiten und -methoden als vielleicht deine, was zu Missverständnissen führen kann. Doch es ist wichtig, Ghosting nicht allein auf eine Altersgruppe zu begrenzen.
Wenn du geghostet wirst, kann das nicht nur frustrierend sein, sondern auch deine Strategie bezüglich Karriereentscheidungen negativ beeinflussen. Du investierst Zeit und Mühe in die Bewerbung und wirst durch Ghosting nur unnötig lange im Unklaren gelassen. Für Unternehmen bedeuten ghostete Bewerber oft eine Verlängerung unnötiger Besetzungszeiträume und einen gestressteren Arbeitsalltag für die bestehenden Mitarbeiter.
Ghosting im Bewerbungsprozess ist nicht nur lästig, sondern kann dir und deinem Unternehmen erheblich schaden. Umso wichtiger ist es, verantwortungsbewusst und mit klarer Kommunikation vorzugehen. Die Steuerbranche braucht engagierte und gut ausgebildete Fachkräfte – da muss jeder Bewerber als wertvolle Ressource gesehen werden. Indem du lernst, Ghosting zu vermeiden, stärkst du nicht nur dein Recruiting, sondern auch das Image deiner Steuerkanzlei als attraktiven Arbeitgeber. So machst du den Unterschied und ziehst genau die Talente an, die du brauchst!

Dipl.-Finw. (FH) Stefan Werner ist EDV-Fachprüfer in der Steuerverwaltung des Landes Brandenburg mit Schwerpunkt Datenanalyse und Visualisierung. Er arbeitet seit 18 Jahren als Dozent. Algorithmen unterrichtet er dabei schon länger, aber KI ändert alles, wie er sagt. Er gibt einen Einblick in die Möglichkeiten, die Lehrenden und Lernenden dadurch entstehen.
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